Minis go Gender!

 

Liebe Minis,

wie wahrscheinlich schon viele von euch mitbekommen haben befindet sich unsere Gesellschaft im genderistischen Wandel.

Aus Studentinnen und Studenten werden Studierende, aus Lehrerinnen und Lehrern werden Lehrkräfte und die Mannschaft wird zum Team.

Um mit der Zeit zu gehen hat sich die Leiterrunde zu einem radikalen Schritt entschieden.
So werden die Ministranten Holzkirchen nun zur Geschlechtergerechten Sprache übergehen.

Unter dem Begriff geschlechtergerechte Sprache wird ein Sprachgebrauch verstanden, der darauf abzielt, die Gleichstellung der Geschlechter zum Ausdruck zu bringen. Hierzu zählen auch Vorschläge zur Veränderung des Sprachsystems in Vokabular, Orthographie oder sogar Grammatik. Als „Gendering“ oder „Gendern“ wird bezeichnet, wenn ein Text nach den Richtlinien des geschlechtergerechten Formulierens erstellt wird.

In der geschlechtergerechten Sprache werden im Wesentlichen zwei Wege eingeschlagen. Der erste macht das Geschlecht „sichtbar“, indem die weibliche und die männliche Form explizit genannt wird (etwa: „Studentinnen und Studenten“, „Student/-innen“, „StudentInnen“) der andere verwendet geschlechtsneutrale Formulierungen wie „Studierende“, „Dozierende“ oder (mit festem Genus) „Lehrkraft“.

Um den wissenschaftlichen und linguistischen Normen möglichst gerecht zu werden haben wir uns dabei auf die Methode der „Neutralisierung“ geeinigt.
Bei der Neutralisierung wird jeder Hinweis auf das Geschlecht entfernt.  Geschlechtsneutrale Ersatzwörter können auf verschiedene Arten gebildet werden.[1]

Ein erster Schritt dazu ist, dass wir ab sofort als „Ministrierende Holzkirchen“ existieren werden.

Was uns dazu bewegt hat erklärt der neue offizielle Genderbeauftragte der Minis,
Simon Stacheter, im Interview:

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Die Ministranten Holzkirchen sollen in Zukunft „Ministrierende Holzkirchen“ heißen, meint Genderbeauftrager Simon Stacheter. Wir haben ihn dazu befragt, wie es zu dieser Entscheidung kam und was das für die Ministranten bedeutet.

Sophie (Öffentlichkeitsarbeit): Hallo Simon, du wurdest in der letzten Leiterrunde zum Genderbeauftragten der Ministranten gewählt. Kannst du uns verraten, welche Aufgaben das mit sich bringt und was das für die Ministranten in Holzkirchen bedeutet?

Simon (Genderbeauftragter): Ja zuerst dachten wir uns, dass wir so einen Posten nicht brauchen würden, aber als wir vor Kurzem ja ein Pfarrverband wurden, wurde beschlossen, dass wir unser Image verbessern und mehr mit der Zeit gehen wollen. Und da Gender in der heutigen Gesellschaft eine große Rolle spielen und Frauen ja inzwischen schon seit langem auch Ministrierende sein dürfen, haben wir uns entschlossen eine Umbenennung durchzuführen. Deswegen heißen wir ab dem 01.04.2017 nun offiziell „Ministierende Holzkirchen“. Somit sollen sich nicht nur die männlichen, sondern auch die weiblichen MinistrantInnen in unserem Namen vertreten fühlen.

Sophie: Ah, ok. Und welche Konsequenzen hat das konkret für die MinistrantInnen des Pfarrverbandes? Müssen die irgendetwas beachten?

Simon: Es wird eigentlich nur überall „Ministranten Holzkirchen“ durch „Ministrierende Holzkirchen“ ausgetauscht.
Das heißt aber auch, dass ich alle MinistrantInnen, die einen Ministranten- Pullover oder T-Shirt haben bitten muss, diese in den nächsten Gruppenstunden bei ihren Gruppenleitenden abzugeben, damit wir ihnen neue austeilen können, die den richtigen Aufdruck haben.

Sophie: Ok, danke Simon, für das Interview und deine Arbeit als Genderbeauftragten!
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Um euch die Umstellung zur Geschlechtergerechten Sprache zu erleichtern haben wir hier einige Wörter für euch, die sich in unserem Sprachgebrauch ab heute ändern werden. Am einfachsten ist es, sie wie Vokabeln auswendig zu lernen:

Ministranten – Ministrierende
Gruppenleiter – Gruppenleitende
Ministrantenplan – Ministrierendenplan
Oberministranten – Oberministrierende
Ministrantenfreizeit – Ministrierendenfreizeit
Sammler – Sammelnde
Flambeaubegleitung – Flambeaubegleitende
Leiterrunde – Leitendenrunde
Planschreiber – Planschreibende
Ministrantensakristei – Ministrierendensakristei
Kreuzträger – Kreuztragende

Gerne üben eure Gruppenleitenden mit euch den korrekten Gebrauch der Gendergerechten Sprache in der Gruppenstunde.

Um diesen Schritt auch mitzugehen hat sich unser Pfarrverband dazu entschieden den Josefsaal in Josef-und-Maria-Saal umzubenennen.

In Kürze wird auch unser Webseitenname und der Name der Instagramseite und unseres Facebookauftrittes umgestellt.

Das neue Logo, das ihr dann auch auf den neuen Pullovern und Tshirts bewundern könnt, ist auch schon fertig.

Wir hoffen, ihr steht genauso hinter diesem Schritt wie wir als Leitendenrunde.

Nachtrag am 02. April:

Vielen Dank für die rege Anteilnahme an diesem Artikel!

Wie die meisten Leser wahrscheinlich schon geahnt haben, ist dies unser Beitrag zum ersten April.
Wir möchten damit keinesfalls die Genderbewegung auf- oder abwerten, sondern einfach zum kritischen und reflektierten Nachdenken anregen. Gleichberechtigung ist auch uns Minis sehr wichtig.
Bitte nehmt den Text also nicht Bierernst.
Auch weiterhin werden die Minis „Ministranten“ und nicht „Ministrierende“ heißen, eine Umbenennung des Josefsaals fänden wir aber trotzdem nicht schlecht 😉

 

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4 Kommentare zu Minis go Gender!

  1. Gottfried Doll sagt:

    Tja schade für Euch. Nachdem es weiterhin Minitrantenhaushalt heißt, es aber keine Ministranten mehr gibt, sondern nur noch Ministrierende, kommt Ihr an die Kohle nicht mehr ran.
    Euer Kirchenverwaltungsvorstand

    • Sophie Nerb sagt:

      Lieber Kirchenverwaltungsvorstand,
      das wäre natürlich sehr schade!
      Wenn das so ist müssen wir wohl oder übel wieder zum alten Namen zurückkehren 🙁

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