Unsere Pfarrei

In unserer Pfarrei gibt es vier Pfarrkirchen, wovon St. Josef und St. Laurentius in Holzkirchen sind. St. Johann Baptist ist die Kirche von Föching und Mariä Heimsuchung die von Hartpenning. Anbei die Beschreibung der zwei Holzkirchner Kirchen:

Kirche St. Laurentius

Die Kirche St. Laurentius

Die Anfänge liegen im Dunkeln. Sicher ist, dass es sich um eine sehr alte Kirchstelle handelt. Um das Jahr 1000 wird Kirche und Ort genannt. 1493 wird die Kirche unter Mithilfe des Abtes von Tegernsee als Grundherr nach einem Brand (1490) in gotischem Stil neu aufgebaut. Sie dürfte so ausgesehen haben, wie sie Apian auf dem Wappen von 1550 gezeichnet hatte. Um 1700 war die Kirche (nach mehreren Bränden) baufällig. Unter dem Tegernseer Abt Quirinus Millon wurde 1704-1711 die Kirche vollkommen erneuert, das Kirchenschiff um einen Meter erhöht, ein neuer Dachstuhl aufgesetzt, die Sakristei gebaut und dem Kirchturm eine barocke Haube gegeben. Eine Marmortafel in der Kirche mit der Jahreszahl 1711 erinnert in lateinischer Sprache an diese Baumaßnahme. Die Baukosten trug zum großen Teil das Barbara-Benefizium.

1758 wurde der Kirchenraum um den Kerkergang verbreitert und der Seitenaltar „Christus im Kerker“ dort aufgestellt. Der Innenraum wurde mit barocken Altären ausgestattet, und im Mittelschiff brachte der Maler Julius Breymayer aus Tölz Fresken an mit Bildern aus dem Leben des hl. Laurentius. 1809 schlug der Blitz in den Kirchturm ein. Der Schaden wurde von zwei Holzkirchner Meistern repariert und mit einer Doppelzwiebelhaube versehen.

1830 wurden am Turm große Risse festgestellt, und man befürchtete seinen Einsturz. Auf Anordnung der Regierung musste er abgetragen werden.

1838 wurde der Grundstein für den neuen Turm weiter nach Norden gelegt, denn die Kirche wurde nach Westen um zwei Joche (= 6 ½ m) verlängert. Der Turm bekam ein vierseitiges Pyramidendach und die Kirche zwei neue Eingänge. Die schönen Fresken in der Kirche wurden übertüncht. 1840 kamen die Glocken wieder auf den Turm.

1857 erhielt der Turm (nachdem Holzkirchen 1855 zur selbständigen Pfarrei erhoben, also von Hartpenning abgetrennt worden war) eine um 6,6 m höhere Spitze und wurde mit Schieferplatten gedeckt. (Der Kaufmann Matthias Seidl baute sie mit einigen Gesellen für 12.000 Gulden.) Heute ist die neugotische Spitze mit Kupfer gedeckt. Der Turm ist ohne Spitze 33m hoch, die Spitze selbst fast 20 m.

1882-86 wurde leider die Barockausstattung entfernt (die beiden schönen Rokokofiguren St. Quirin und Florian kamen nach Föching) und die Kirche zu ihrem großen Nachteil neuromanisch ausgestattet und ausgemalt.

1855 trug man sich mit Umbau- und Neubauplänen, die aber – Gott sei Dank – aus finanziellen Gründen scheiterten.

1957-67 wurde der Kirchenraum von der neuromanischen Ausstattung befreit und die Fresken aus der Rokokozeit freigelegt. Von den barocken Altären waren nur noch einige Figuren da, und so kamen statt eines Hochaltares das große Kruzifix mit der Mater dolorosa in den Chorraum, dazu Petrus und Magdalena. Die wertvollste Figurengruppe, die gotische „Anna selbdritt“, hatte ihre Verbannung in der Friedhofskapelle gut überstanden und wurde restauriert. Sie befindet sich auf der linken Seite über dem Tabernakel.

Die Verkündigungsgruppe rechts im Chor hatte der Eichstätter Professor Seidl, ein geborener Holzkirchner, selbst zurückgekauft und zusammen mit der schönen barocken Figur des hl. Laurentius, die er in Tirol erworben hatte, seiner Heimatkirche geschenkt. Auch die Pieta von 1733 ist ein Stück der alten Barockausstattung, ebenso das ehemalige Hochaltarbild über der Sakristeitür von Hans Dengler, die „Mater des hl. Laurentius“ von 1711, welches eine bewegte Geschichte hinter sich hat.

Kirche St. Josef

Die Kirche St. Josef

Sie wurde als eine Erweiterung der Laurentiuskirche in der Nähe des Bahnhofs errichtet. 1961, in der Amtszeit von Pfarrer Josef Bengl, wurde der Grundstein gelegt, Architekt war Franz Ruf, die Bauarbeiten führte die Holzkirchner Firma Florian Kirchberger aus. Professor Karl Knappe aus München entwarf die große Glaswand mit dem Lebensbaum. Die beiden Kirchenportale aus Bronze mit Bergkristallen zeigen „Symbole der Arbeit“ und stammen von Thomas und Maria Munz. Am 24. Juni 1962 wurde die Kirche von Erzbischof Julius Kardinal Döpfner zu „Ehren des hl. Josef des Arbeiters“ eingeweiht. Seit 1988 befindet sich das von Erich Pircher in Südtirol geschnitzte überlebensgroße Kreuz im Chorraum der St. Josefskirche.

Seit November 2011 ist die St. Josef Kirche wegen statischen Problemen an der Dachkonstruktion gesperrt.